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Market Wrap 05.03.2026

Das globale Marktumfeld steht am sechsten Tag der militärischen Auseinandersetzung zwischen den USA, Israel und dem Iran im Zeichen einer tiefgreifenden Neubewertung der Inflations- und Zinsrisiken.

Während die operative Führung des US Central Command (CENTCOM) eine signifikante Schwächung der iranischen Offensivkapazitäten meldete – darunter eine Reduktion ballistischer Angriffe um 90 % sowie die Zerstörung von über 30 Schiffen und strategischen Weltraumkommando-Einrichtungen –, bleibt die Lage an den Energiemärkten hochgradig angespannt.

Berichte über eine neue Welle iranischer Raketenangriffe auf Tel Aviv und israelische Gegenschläge gegen Infrastrukturziele in Teheran und Isfahan halten die Risikoprämien auf Rekordniveau.

Diese geopolitische Volatilität wird durch die Veröffentlichung des neuen chinesischen Fünfjahresplans verschärft, der mit einem Wachstumsziel von 4,5 % bis 5,0 % – dem niedrigsten seit Jahrzehnten – und restriktiven Exportkontrollen für kritische Technologien wie KI-Chips die globalen Wachstumsaussichten eintrübt.

Die Finanzmärkte reagieren mit einer massiven Flucht in liquide Mittel, was das Vermögen in US-Geldmarktfonds auf ein Rekordhoch von 7,82 Billionen USD hievte, während die Anleiherenditen aufgrund der energiegetriebenen Inflationsängste den vierten Tag in Folge stiegen.


Der US-Dollar festigt seine Position als primärer sicherer Hafen und profitiert von der restriktiven Neubewertung der US-Geldpolitik.

Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen kletterte auf 4,13 %, da Marktteilnehmer befürchten, dass die sprunghaft gestiegenen Energiepreise – WTI-Rohöl verteuerte sich zeitweise um über 8 % auf 81 USD – die Fähigkeit der Federal Reserve zur Zinssenkung untergraben.

Fed-Vertreter Barkin untermauerte dieses Narrativ mit der Aussage, dass die jüngsten Inflationsdaten Zweifel an einem Sieg über die Teuerung aufkommen lassen und die Benzinpreise das Konsumentensentiment sowie die Kaufkraft massiv belasten könnten.

Unterstützt wird der Greenback zudem durch einen weiterhin robusten Arbeitsmarkt; die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe verharren mit 213.000 nahe ihrer Jahrestiefs.

Sekundär wirken neue Handelsbeschränkungen im Technologiesektor belastend auf das Risiko-Sentiment, nachdem das Handelsministerium eine Lizenzpflicht für den weltweiten Export von KI-Chips entworfen hat.

Begleitend wurden strategische Neuausrichtungen gemeldet, wie die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zu Venezuela, was als Versuch gewertet wird, die mittel- bis langfristige Ölversorgung außerhalb der Krisenregion zu sichern.


Der Euro bewegt sich in einem fragilen Umfeld, belastet durch die unmittelbare Nähe zum Konfliktherd und die damit verbundenen Energierisiken.

Trotz eines leichten Anstiegs der europäischen Aktienmärkte zur Wochenmitte preisen die Geldmärkte nun mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 75 % eine Zinserhöhung der EZB noch in diesem Jahr ein.

EZB-Ratsmitglied Nagel betonte, dass der Iran-Konflikt die Inflation im Euroraum stärker beeinflussen dürfte als das reale Wirtschaftswachstum, und stellte sich explizit gegen staatliche Preisinterventionen bei Kraftstoffen.

Die wirtschaftlichen Rahmendaten lieferten ein gemischtes Bild: Während die Einzelhandelsumsätze der Eurozone im Januar mit einem Plus von 2,0 % im Jahresvergleich die Erwartungen übertrafen, signalisieren die Einkaufsmanagerindizes für das Baugewerbe in den Kernländern Deutschland (43,7) und Frankreich (43,9) eine fortgesetzte Kontraktion.

Ein stabilisierend wirkender Faktor ist der Abschluss eines Abkommens zur Modernisierung des Handelsvertrags mit Kanada, während diplomatische Spannungen bezüglich neuer US-Zölle und der Kritik an der NATO-Rolle einzelner Mitgliedstaaten wie Spanien die transatlantische Basis belasten.


Das Britische Pfund verzeichnete gegenüber dem Dollar Verluste und wurde durch enttäuschende Binnendaten zusätzlich geschwächt.

Der Einkaufsmanagerindex für das britische Baugewerbe brach im Februar auf 44,5 Punkte ein und verfehlte die Prognosen deutlich, was auf eine nachlassende Investitionsdynamik hindeutet.

Infolgedessen mussten Marktteilnehmer ihre Erwartungen bezüglich einer zweiten Zinssenkung der Bank of England in diesem Jahr zurückschrauben.

Politisch positioniert sich Premierminister Starmer durch eine aggressive Erhöhung der Verteidigungsausgaben und die Entsendung von Kampfjets nach Katar als enger militärischer Verbündeter der USA.

Während diese strategische Nähe das Pfund in seiner Rolle als globale Reservewährung stützt, überwiegen kurzfristig die Sorgen über die konjunkturellen Auswirkungen des Nahost-Krieges.

Sekundär belastet die Nachricht über ausgefallene Evakuierungsflüge britischer Staatsbürger das innenpolitische Klima.


Der Australische Dollar zählt zu den schwächsten G10-Währungen, da er doppelt unter der globalen Risikoaversion und den negativen Signalen aus China leidet.

Die australische Handelsbilanz verfehlte mit einem Überschuss von 2,63 Milliarden AUD die Erwartungen massiv, was primär auf einen Rückgang der Exporte zurückzuführen ist.

Das moderate Wachstumsziel Chinas sowie dortige Exportbeschränkungen dämpfen die Nachfrageerwartungen für australische Rohstoffe.

Einzig die verstärkte Kooperation mit Kanada im Bereich kritischer Mineralien und der Beitritt zur G7-Mineralienallianz bieten eine langfristige fundamentale Stütze.

Technisch orientiert sich der AUD an der Marke von 0,7050 USD, wo umfangreiche Optionsfälligkeiten die Preisbewegung kurzfristig binden.


Der Neuseeland-Dollar folgt dem Abwärtstrend des AUD und wird durch die allgemeine Flucht aus Risiko-Assets nach unten gezogen.

Da keine signifikanten lokalen Wirtschaftsdaten vorlagen, konzentriert sich der Markt auf die Auswirkungen der chinesischen Fünfjahresplanung, die eine stärkere landwirtschaftliche Eigenversorgung vorsieht – eine potenzielle Bedrohung für neuseeländische Exporte.

Optionsfälligkeiten bei 0,6000 USD fungieren derzeit als technischer Anker für die Währung.


Der Kanadische Dollar zeigt sich dank der Korrelation mit den steigenden Ölpreisen resilienter als andere Rohstoffwährungen, verliert jedoch gegenüber der absoluten Dollarstärke an Boden.

Marktbewegend wirkte die diplomatische Offensive von Premierminister Carney, die in einem neuen Handelsabkommen mit der EU und verstärkter Kooperation mit Australien gipfelte.

Die kanadische Regierung bereitet sich zudem auf eine deutliche Steigerung der Energieproduktion vor, wobei Innenminister Burgum das Potenzial für eine Produktionssteigerung bei Chevron um 50 % hervorhob.

Begleitend sorgt die Einleitung eines Überprüfungsprozesses des USMCA-Abkommens mit den USA für langfristige regulatorische Unsicherheit, während kurzfristig die Funktion Kanadas als sicherer Energielieferant den CAD stützt.


Die Preisbildung des Japanischen Yen wird gegenwärtig von der Erwartung einer fortgesetzten geldpolitischen Normalisierung durch die Bank of Japan bestimmt, während gleichzeitig geopolitische Risiken als stützender Faktor für die Währung wirken.

Ein zentraler Treiber für künftige Zinsanpassungen ist die Forderung der Gewerkschaftsgruppe Rengo nach einer durchschnittlichen Lohnsteigerung von 5,94 % für das Jahr 2026, was den Inflationsdruck nachhaltig festigen könnte.

BoJ-Gouverneur Ueda bekräftigte in diesem Zusammenhang, dass die Notenbank die kurzfristigen Zinssätze anheben wird, sofern sich die Wahrscheinlichkeit für das Erreichen des Preisstabilitätsziels im Einklang mit den Prognosen weiter erhöht.

Trotz der Belastungen durch steigende Energiepreise, die üblicherweise die Terms of Trade Japans verschlechtern, behauptet sich der Yen im G10-Vergleich stabil.

Am Rentenmarkt stieg die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen auf 2,145 %, während eine 30-jährige Auktion eine solide Nachfrage bei leicht gestiegenen Renditen verzeichnete.

Sekundär rücken die verstärkte Kooperation mit NATO-Technologieprogrammen sowie die Forderungen japanischer Raffinerien nach einer Freigabe nationaler Ölreserven zur Sicherung der Energieversorgung in den Fokus der Marktteilnehmer.


Der Schweizer Franken behauptet seine Position als eine der stärksten G10-Währungen im aktuellen Marktumfeld, primär gestützt durch die massive globale Risikoaversion infolge des Nahost-Konflikts.

Die inländischen Fundamentaldaten unterstreichen eine weiterhin robuste wirtschaftliche Verfassung, wobei die unbereinigte Arbeitslosenrate im Februar stabil bei 3,2 % verharrte.

Während der US-Dollar seine Rolle als primärer sicherer Hafen festigt, profitiert der Franken von seiner Funktion als Absicherung gegen systemische Risiken innerhalb Europas.

Die Preisbewegung bleibt dabei eng an die Entwicklung der globalen Anleiherenditen gekoppelt, wobei der Franken insbesondere in Phasen erhöhter Volatilität an den Aktienmärkten als bevorzugtes Ziel für Fluchtkapital fungiert.

Begleitend wird die anhaltende Bereitschaft der Schweizerischen Nationalbank beobachtet, am Devisenmarkt zu intervenieren, um eine für die Exportwirtschaft schädliche Überbewertung zu begrenzen.


Gold fungiert in der aktuellen Krisenphase als wesentlicher Stabilitätsanker und konnte die Marke von 5.150 USD pro Unze nachhaltig überschreiten.

Die Aufwärtsdynamik wird primär durch die Sorge vor einer langanhaltenden militärischen Auseinandersetzung im Mittleren Osten und deren inflationären Folgen getrieben, was die Opportunitätskosten des Haltens von Gold trotz steigender Realrenditen kompensiert.

Marktbewegend wirkte zudem die Nachricht über ein Abkommen Venezuelas zum Verkauf von rund 1.000 Kilogramm Gold an den US-Markt, was eine strategische Neuausrichtung in der regionalen Rohstoffversorgung markiert.

Sekundär stützten Äußerungen aus der EZB das Sentiment, wonach keine Notwendigkeit bestehe, deutsche Goldreserven aus New York zu repatriieren, was als Signal für die Stabilität der internationalen Finanzverwahrung gewertet wird.

Die allgemeine Risikoaversion, die sich auch in einem „Extreme Fear“-Niveau bei Kryptowährungen widerspiegelt, untermauert die fundamentale Nachfrage nach physischen Werten.


Die Energiemärkte verzeichnen eine drastische Preissteigerung, wobei US-Rohöl (WTI) die Marke von 81 USD und Brent-Futures die Marke von 85 USD überschritten haben.

Der primäre Preistreiber ist die operative Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormuz, wobei der Iran betont, dass die Kontrolle über diese Passage in Kriegszeiten vollständig in seinen Händen liege.

In Reaktion auf die massiven Versorgungsrisiken hat Saudi-Arabien die Verkaufspreise für Asien so stark angehoben wie seit August 2022 nicht mehr.

Erhebliche Marktvolatilität resultiert zudem aus Force-Majeure-Meldungen von QatarEnergy für LNG-Lieferungen sowie aus drastisch reduzierten Verarbeitungsraten in kuwaitischen Raffinerien.

Um den resultierenden Inflationsdruck zu dämpfen, prüft die US-Administration derzeit den Einsatz von Öl-Futures, während China seine Exporte von Benzin und Diesel vorübergehend eingestellt hat, um die eigenen Bestände zu sichern.

Sekundär stützen Berichte über einen deutlichen Preisaufschlag für russisches Urals-Öl bei Lieferungen nach Indien das Bild einer zunehmenden Fragmentierung der globalen Energieströme.

Veröffentlicht am:

6. März 2026 um 08:46:43

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